Wer glaubt, dass das echte Oktoberfest nur in Bayern zu Hause ist, irrt sich gewaltig. Nicht mal der berühmte Trinkspruch
„Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit!
Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit!“
ist bayrisch, er hat seine Wurzeln in Sachsen, denn der Chemnitzer Bernhard Traugott Dietrich hat ihn einst komponiert.
Ein schlaues Kerlchen aus Nürnberg brachte den Gassenhauer schließlich Ende des neunzehnten Jahrhunderts nach München, um den Durst der Festzeltgäste ordentlich anzukurbeln.
Beim diesjährigen Fest im ASPIDA Pflegecampus Plauen ging es ähnlich zünftig zu, als die Stadtkapelle Oelsnitz ihn zum Oktoberfest anblies.
Brass auf den Ohren und Sprachverwirrung auf dem Rasen
Die Blaskapelle aus Oelsnitz war schon mehrmals zu Gast und hat den Hof kräftig gerockt. ‘
Die Musik dröhnte fantastisch durch die Ohren, auch wenn die leise Moderationen zwischen den Stücken im Grundrauschen untergingen.
Welcher ehemalige Rockmusik-Fan kennt dieses feine Abstimmungsproblem des Gehörs nicht.
Der guten Laune tat das keinen Abbruch, denn die Fotomotive und der satte Sound fingen das wieder auf
Von Weißwürsten, Marschmusik und swingendem Speiseeis
Beim kulinarischen Teil mit Obazda, Weißwürsten und Brezeln hielt sich die Begeisterung in meinem Fall in Grenzen, denn sowas überlass ich dann doch lieber den trainierten Bayern.
Musikalisch bot die Stadtkapelle dafür ein buntes Feuerwerk.
Neben Klassikern wie Rosamunde oder auch Beer Barrel Polka der Andrews Sisters und zünftigen Militärmärschen wie Preußens Gloria stimmten die Musiker überraschend beschwingte Töne an.
Der Kulthit Ice Cream im Stil der Chris Barber Jazz Band zauberte allen ein Lächeln ins Gesicht, sodass am Ende bei bestem Sonnenwetter hier im Innenhof ein rundum gelungener Nachmittag im Pflegecampus gefeiert wurde.
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