Ein CSD ist mehr als eine bunte Party
Beim fünften CSD in Plauen ging es um mehr als Regenbogenfahnen, Musik und gute Stimmung.
Es ging um eine einfache Frage: Wer darf in unserer Gesellschaft sichtbar sein, ohne Angst haben zu müssen? Die Antwort des CSD-Teams ist klar: alle.
Menschen, die lieben, wen sie lieben, und Menschen, die wissen, wer sie sind, gehören selbstverständlich in die Mitte der Gesellschaft.
Das gilt in Berlin genauso wie im Vogtland.
Oder anders gesagt: Menschenrechte verlieren auf dem Land nicht plötzlich ihre Gültigkeit, nur weil die nächste Großstadt ein paar Kilometer entfernt liegt.
Und der CSD richtete sich nicht nur an Angehörige der LGBTIQ+ -Community, sondern ausdrücklich auch an Unterstützer, Familien und weitere Besucher.
Trauer und Protest gehören zusammen
Der CSD stand 2026 auch unter dem Eindruck des schweren Anschlags am Rand des Berliner CSD am 25. Juli.
Nach Angaben der Berliner Behörden wurde eine Frau getötet und zahlreiche Menschen wurden verletzt. Die Tat traf einen Ort, an dem Menschen für Freiheit, Vielfalt und Selbstbestimmung zusammengekommen waren.
Deshalb begann der CSD in Plauen mit einem Moment des Gedenkens, denn feiern heißt nicht vergessen.
Und eine Schweigeminute ist manchmal lauter als hundert wütende Reden.
Plauen hat eine besondere Geschichte
Demokratie klingt manchmal nach einem großen Wort aus dem Politikunterricht.
Dabei beginnt sie ganz einfach: Jeder Mensch soll frei leben können, unabhängig davon, wie er aussieht, wen er liebt, woran er glaubt oder welche Meinung er vertritt.
Eine offene Gesellschaft lebt von dieser Vielfalt.
Und ja, ihre Gegner dürfen laut sein.
Aber Lautstärke ist noch lange kein Beweis dafür, dass man recht hat.
Der Geist von 1989 ist noch immer wichtig
Gerade Plauen kann davon erzählen.
Am 7. Oktober 1989 gingen rund 15 … 20.000 Menschen für Freiheit und Demokratie auf die Straße.
Die Demonstration blieb trotz der angespannten Lage friedlich.
Plauen war damit ein wichtiger Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution in der DDR.
Damals wollten die Menschen selbst bestimmen, wie sie leben. Sie wollten freie Wahlen, Reisefreiheit, Meinungsfreiheit und demokratische Mitbestimmung.
Heute müssen wir diese Freiheit nicht mit einer Kerze oder einem Transparent verteidigen – aber wir müssen sie ernst nehmen. Denn Demokratie funktioniert nicht nach dem Motto: „Wird schon jemand machen.“
Freiheit braucht Menschen, die sie leben
Wenn heute in Plauen eine Regenbogenfahne weht, wenn junge Menschen sich sicher fühlen und wenn Menschen gemeinsam gegen Ausgrenzung auf die Straße gehen, ist das ein Zeichen für eine vielfältige Gesellschaft. Demokratie bedeutet Pluralismus: unterschiedliche Meinungen, Lebensweisen und Interessen gehören dazu.
Deshalb sollten wir den Mut von 1989 nicht nur feiern, sondern weitertragen. Freiheit gehört niemandem allein. Sie gehört uns allen. Und wer sie behalten möchte, muss gelegentlich den Mund aufmachen – freundlich, friedlich, aber deutlich.
Denn Demokratie ist kein Selbstbedienungsladen mit lebenslangem Anspruch auf Garantie. Sie lebt davon, dass Menschen mitmachen.
Übrigens war dies mein erster Christopher Street Day.
Auch als 64 jähriger heterosexueller cis Mann kann man viel dazulernen.
Erstens ist es wie eine innere Frischzellenkur, wenn man von so vielen positiv eingestellten Menschen umgeben ist.
Zweitens sollte man für die Rechte seiner Kinder und deren Kinder auch mal auf die Straße gehen.
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Bild: Ullrich Fritsche


Endlich mal ein positives und buntes Bild von Plauen. Warum gibt es davon keine Berichterstattung in den Medien? Danke, dass Du im Blog daran erinnerst. Herzliche Grüße, Eberhard
Hallo Eberhar,
ich hab schon den Vorwurf bekommen mich benutzen zu lassen. Also jemand der es negativ sieht. Seh ich nicht ein und habs ja begründet.
LG Margy
Wenn es an Argumenten fehlt, kommen persönliche Vorwürfe. Kennt man ja.