Bayerischer Wald zeigt die Zukunft – Was wir von abgestorbenen Wäldern lernen können

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Braun ist nicht immer das Ende

Vor zwei Jahren waren wir mit unserem Verein im Nationalpark Bayerischer Wald unterwegs. Damals staunte ich nicht schlecht. alles war grün.

Bayerischer Wald 1991

1991 sah alles ganz anders aus.
Große Waldflächen waren braun, überall standen abgestorbene Bäume. Erst jetzt, nachdem ich Bilder und Filme darüber gesehen habe, habe ich verstanden, warum der Wald so aussieht. Und wieder gilt der alte Spruch: Man lernt eben nie aus.

 

 

Zwei Stürme veränderten einen ganzen Nationalpark

Alles begann Anfang des Jahres 1990. Die Orkane Vivian und nur wenige Tage später Wiebke fegten mit voller Wucht über den Bayerischen Wald. Hunderttausende Kubikmeter Holz wurden umgeworfen, vor allem Fichten.
Das viele Sturmholz wurde anschließend zum perfekten Buffet für den Borkenkäfer. Innerhalb weniger Jahre starben riesige Waldflächen ab.
Für viele Menschen sah das wie eine Naturkatastrophe aus, die man unbedingt aufräumen müsste.

Doch der Nationalpark entschied sich für einen ungewöhnlichen Weg. Nach dem Motto „Natur Natur sein lassen“ griff der Mensch auf großen Flächen nicht ein.
Was zunächst wie eine traurige Landschaft voller Totholz aussah, entwickelte sich langsam zu einem neuen, vielfältigen Wald. Zwischen den abgestorbenen Stämmen wuchsen junge Fichten, Buchen, Tannen, Ebereschen und viele andere Baumarten heran.
Heute gilt dieses Gebiet weltweit als Beispiel dafür, wie gut sich die Natur selbst helfen kann – wenn man sie denn lässt.

Und was passiert nach den Waldbränden im Süden Europas?

Diese Geschichte lässt einen automatisch an die riesigen Waldbrände in Südfrankreich, Spanien oder Portugal denken. Auch dort bleiben nach den Feuern gewaltige Flächen mit verbrannten Bäumen zurück. Viele fragen sich, ob dort jemals wieder ein Wald wachsen wird. Die Antwort lautet:
Ja, aber nicht über Nacht. Ein großer Baum braucht oft 30 bis 35 Jahre, bis sein abgestorbener Stamm vollständig verrottet ist.
Gleichzeitig entsteht zwischen dem Totholz bereits neues Leben. Mischwald. Genau das konnte man im Bayerischen Wald beobachten.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied. Durch den Klimawandel werden Hitzewellen, lange Trockenperioden und Waldbrände immer häufiger.
Das zeigen unter anderem der Weltklimarat IPCC und der europäische Klimadienst Copernicus. Dadurch wird die natürliche Erholung vieler Wälder deutlich schwieriger.
Wo früher alle paar Jahrzehnte ein Sturm wütete, kommen heute Hitze, Dürre, Käfer und Feuer oft gleich im Paket vorbei. Da bekommt selbst der stärkste Baum irgendwann schlechte Laune.

Bayerischer Wald zeigt die Zukunft Und was passiert nach den Waldbränden im Süden Europas?

Die Natur braucht Zeit – und wir brauchen Geduld

Der Bayerische Wald beweist, dass ein abgestorbener Wald nicht das Ende sein muss. Oft ist er nur ein neues Kapitel der Natur. Doch damit diese Erfolgsgeschichte auch in Zukunft möglich bleibt, müssen wir die Ursachen der Klimakrise ernst nehmen.
Denn ein Wald kann sich zwar erstaunlich gut selbst erneuern – aber selbst die Natur hat ihre Grenzen, wenn wir ihr ständig neue Probleme vor die Wurzeln werfen.

Quellen: Nationalpark Bayerischer Wald, Bundesamt für Naturschutz (BfN), Copernicus Climate Change Service, Weltklimarat (IPCC).

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