Wissenschaft und Industrie bündeln ihre Kräfte in der „SITCA“-Allianz, um den Bausektor zum Motor des Klimaschutzes zu machen

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Ich behaupte ja nicht alles 100%zu verstehen was ich schreibe (wer kann das schon in einer komplexen Welt), doch vieles leuchtet mir ein. So auch dieses hier:

Unter der Federführung des Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber ist am 1. Juli der Startschuss für die Science and Timber Construction Alliance (SITCA) gefallen. Die Initiative verfolgt das Ziel, den Bausektor durch nachhaltige Waldwirtschaft und modernen Holzbau zu einem Motor für den Klimaschutz zu machen.

Zu diesem Zweck bündelt SITCA die wissenschaftliche Expertise und die Innovationskraft führender Unternehmen der Bau- und Forstwirtschaft. Gründungspartner von SITCA sind das International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), der Werkzeughersteller Hilti, das Bauunternehmen Wiehag, die Holzunternehmen Binderholz, Egger Holzwerkstoffe und Stora Enso sowie die Österreichischen Bundesforste. Ende Juni ist der Allianz mit der Hasslacher Gruppe ein weiteres Holzunternehmen als erster neuer Wirtschaftspartner beigetreten.

Holzbau kann „Heißzeit“ abwenden

„Wir bewegen uns auf gefährliche Kipppunkte im Klimasystem zu. Gleichzeitig ist die globale gebaute Umwelt für mehr als ein Drittel der CO₂-Emissionen verantwortlich – hier befindet sich deshalb der größte Hebel, um eine drohende ‚Heißzeit‘ noch abzuwenden“, betont Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Generaldirektor des IIASA, zum Auftakt in Wien. „Städte müssen von CO₂-Quellen zu Kohlenstoffsenken werden. Der Holzbau ist dafür das wichtigste Werkzeug.“

Schellnhuber: So funktioniert die „Wald-Bau-Pumpe“

Klimaforscher Schellnhuber erklärt: „Durch die Verbrennung fossiler Energieträger und die Zerstörung natürlicher Ökosysteme hat sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre deutlich erhöht. Bäume nehmen CO₂ durch Photosynthese auf und speichern den Kohlenstoff in ihrem Holz. Wird dieses Holz für langlebige Gebäude genutzt, bleibt der Kohlenstoff über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte gebunden, während im Wald neue Bäume nachwachsen und weiteres CO₂ aufnehmen.“

Auf diese Weise werde der Atmosphäre kontinuierlich CO₂ entzogen und über den Wald sinnbildlich in die gebaute Umwelt ‚gepumpt‘. Nachhaltige Forstwirtschaft und Holzbau können so gemeinsam mit Wiederverwendung und modernen Recyclingtechnologien eine langfristige Kohlenstoffsenke bilden.

Belastbare Fakten für Politik und Wirtschaft

SITCA will die wissenschaftliche Basis schaffen, um Entscheidungsträger aus Politik, Behörden sowie Immobilien- und Bauwirtschaft weltweit von einem Paradigmenwechsel zu überzeugen.
Weg von CO₂-intensiven Materialien, hin zu regenerativen Baustoffen, unterstreicht Dr. Erich Wiesner, CEO von Wiehag, die zentrale Aufgabe der Allianz.
Auch der österreichische Forstminister Norbert Totschnig unterstützt die Allianz: „Wer mit Holz baut, spart gleich doppelt CO₂“, sagt er.
Einerseits werde Kohlenstoff langfristig im Holz gebunden, andererseits der Einsatz emissionsintensiver Baustoffe reduziert.

Akzeptanz schaffen

Für Prof. Dr. Daniela Kleinschmit, Präsidentin des Internationalen Waldforschungsverbandes IUFRO, ist die gesellschaftliche Komponente entscheidend: „Holzbau funktioniert nur mit einem gesunden Wald.
Wir integrieren Biodiversität und soziale Aspekte von Beginn an, um die notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung sicherzustellen.“ IUFRO wird als wissenschaftlicher Partner im Beirat der Allianz vertreten sein und die Expertise aus einem weltweiten Netzwerk von Forschenden einbringen.

Öffentliche Wahrnehmung für Holzbau stärken

SITCA arbeitet in enger Abstimmung mit der Kommunikationsinitiative „Grow the Solution“ der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).
„Weltweit sind wir mit einer Diskrepanz zwischen dem dringenden Bedarf an klimafreundlichen Baustoffen und der bislang geringen öffentlichen Wahrnehmung von nachhaltig produziertem Holz im Bauwesen konfrontiert“, hebt Dr. Ewald Rametsteiner, Vizedirektor der Forstabteilung der FAO, die internationale Bedeutung hervor.
Die SITCA-Initiative schaffe nachhaltige, waldbasierte Lösungen durch faktenbasierte Informationen.

Über SITCA:

Ziele von STICA sind:

  • Wissenschaftliche Grundlagen stärken
  • Belastbare Erkenntnisse zu nachhaltiger Holzverfügbarkeit, CO₂-Bindung und zukunftsfähigen Holzbausystemen schaffen.
  • Akteure vernetzen und Dialog fördern
  • Relevante (Stakeholder, Anspruchsgruppen sind alle internen und externen Personengruppen, die von den unternehmerischen Tätigkeiten gegenwärtig oder in Zukunft direkt oder indirekt betroffen sind.) zusammenbringen und den Austausch über wissenschaftliche Erkenntnisse und gemeinsame Botschaften stärken.
  • Bewusstsein schaffen und Entscheidungen unterstützen
  • Die Vorteile nachhaltiger Waldbewirtschaftung und des Holzbaus faktenbasiert vermitteln und in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verankern.


Definition: Was sind „Anspruchsgruppen“?

Stakeholders; Anspruchsgruppen sind alle internen und externen Personengruppen, die von den unternehmerischen Tätigkeiten gegenwärtig oder in Zukunft direkt oder indirekt betroffen sind.

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