Am 18. November 2025 veranstalteten Deutschland und Frankreich in Berlin den ersten europäischen Gipfel zur digitalen Souveränität.
Kanzler Merz sagte: “Die tektonischen Verschiebungen in den politischen und in den ökonomischen Machtzentren, die wir zurzeit auf der Welt erleben, erfordern schnelles Handeln im digitalen Raum” sowie “Wir machen den Staat zum Ankerkunden für souveräne Arbeitsmittel in der öffentlichen Verwaltung.”
Also haben wir von “Ecosia” uns gefragt: Hat sich 100 Tage später tatsächlich etwas verändert?
Europas digitale Unabhängigkeit – bisher eher ein Wunschzettel
Deutschland spricht gern über digitale Souveränität.
Das klingt modern, selbstbewusst und ein bisschen nach technischer Unabhängigkeit. Die Idee dahinter: Behörden und Ministerien sollen möglichst auf europäische Technologien setzen, statt sich bei fast allem auf große US-Konzerne zu verlassen.
Klingt vernünftig. Die Realität sieht allerdings etwas anders aus.
Der große Technik-Check der Ministerien
Um herauszufinden, wie unabhängig Deutschlands Ministerien wirklich sind, wurden zahlreiche Behörden gefragt, welche Browser, Suchmaschinen und sozialen Netzwerke sie nutzen.
Das Ergebnis erinnert ein wenig an einen Europatag, der mit amerikanischer Musik, amerikanischen Getränken und amerikanischen Autos gefeiert wird.
Fast alle Ministerien arbeiten mit Microsoft Edge. Europäische Browser spielen praktisch keine Rolle. Bei Suchmaschinen dominieren Google und Bing. Nur wenige Behörden nutzen europäische Alternativen.
Auch bei sozialen Netzwerken setzen die meisten auf bekannte US-Plattformen wie Facebook, Instagram, X, LinkedIn oder YouTube.
Mitmachen statt nur zuschauen
Google & Co verdienen Milliarden und stecken sie in die eigene Tasche oder füttern Aktionäre. (Das wäre auch der erste Satz des nächsten Artikels)
Digitale Unabhängigkeit beginnt nicht nur in Ministerien.
Auch wir können bewusst entscheiden, welche Dienste wir nutzen. Wer europäische Angebote unterstützt, stärkt Innovation, Wettbewerb und ein Stück digitale Eigenständigkeit. Vielleicht ist das der erste Klick in die richtige Richtung mit sozialen Netzwerken wie mastodon und Suchmaschinen wie Ecosia.
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Das müssen wir ändern
Wir fordern die deutschen Ministerien auf, zwei praktische erste Schritte in Richtung digitaler Souveränität zu gehen:
- ihre Standardsuchmaschine auf Ecosia umstellen; und
- eine „@Mastodon First”-Social-Media-Strategie einzuführen.
Beide Maßnahmen sind kostenlos, leicht umsetzbar und senden ein klares Signal: Europa ist bereit, sein eigenes digitales Ökosystem mit echter Nachfrage zu unterstützen – nicht nur mit Worten.

