Deutsche Ideenfabrik mit eingebauter Denkpause
Deutschland ist schon ein faszinierendes Land. Wir können unglaubliche Dinge entwickeln. Wirklich.
Hier sitzen kluge Köpfe in Laboren, Ingenieure tüfteln an technischen Wundern und Politiker stehen mit ernstem Blick vor Mikrofonen und sagen feierlich: „Damit gestalten wir die Zukunft.“
Das klingt großartig. Und oft stimmt es sogar. Nur dann kommt manchmal dieser kleine Moment, in dem die Zukunft plötzlich woanders stattfindet.
Es läuft oft ungefähr so: Deutschland entwickelt etwas Geniales, präsentiert es auf Messen, veröffentlicht Studien und diskutiert sorgfältig über Chancen und Risiken.
Währenddessen schaut China freundlich vorbei und denkt sich offenbar: „Danke für die Idee, wir fangen dann schon mal an.“
Der Transrapid – die schnellste Reise in die Schublade
Der Transrapid war einmal die große Sensation. Ein Zug, der schwebt.
Fast wie Science-Fiction. Deutsche Ingenieurskunst in ihrer schönsten Form. Hier wurde über Strecken, Kosten und Möglichkeiten gesprochen. Jahre vergingen.
Dann noch ein paar Jahre. Und sicherheitshalber noch einige weitere Jahre.
In Shanghai dachte man offenbar etwas einfacher. Dort wurde die Strecke einfach gebaut. Heute fahren Menschen damit zum Flughafen.
Deutschland bekam dagegen viele Ordner voller Gutachten. Immerhin musste ja gründlich geprüft werden, ob ein schwebender Zug vielleicht überraschend schwebt.
Sonnenenergie und Windkraft – ein kleines Missverständnis
Auch bei Solaranlagen war Deutschland einmal ganz vorne. Die Zukunft sollte sauber, modern und sonnig werden.
Deutsche Unternehmen machten große Fortschritte und die Begeisterung war riesig.
Dann kam Umweltminister Peter Altmaier und fand:“Das geht zu schnell.”
(Apropos Altmaier, Bei der Recherche habe ich herausgefunden dass die CDU ganz schön viele Politiker nach Brüssel weitergeschoben hat.)
Dann kamen chinesische Unternehmen und bauten Fabriken in einem Tempo, bei dem vermutlich selbst Kalender nervös wurden.
Heute werden viele Solarmodule dort produziert.
Ähnlich lief es bei der Windkraft. Deutschland entwickelte starke Technologien und gute Ideen. China dachte offenbar: „Sieht interessant aus. Wir nehmen gleich mehrere davon.“
Vom Handy bis zum Elektroauto
Es ist nicht nur bei Energie so. Erinnern wir uns an Mobiltelefone. Deutschland hatte einst große Namen wie Siemens-Handys.
Damals fühlte man sich modern, wenn man stolz sein Gerät aus der Tasche zog. Heute besitzen viele Menschen Smartphones aus asiatischer Produktion.
Auch bei Elektroautos passierte etwas Ähnliches. Während hier noch diskutiert wurde, ob man genug Ladestationen braucht und ob das wirklich die Zukunft ist, fuhren anderswo bereits tausende Fahrzeuge vom Band.
Man könnte es vergleichen mit einem Kuchenwettbewerb. Deutschland entwickelt das perfekte Rezept, diskutiert über die richtige Backtemperatur und gründet einen Arbeitskreis zur Teigkonsistenz.
Währenddessen verkauft China bereits die ersten hunderttausend Stück und eröffnet die zweite Bäckerei.
Deutschlands geheime Superkraft
Vielleicht ist das unsere wahre Spezialität. Deutschland denkt gründlich. Sehr gründlich. So gründlich, dass andere Länder manchmal schon fertig sind, bevor wir mit dem Nachdenken fertig werden.
Die gute Nachricht dabei: Die Ideen sind da. Die Fähigkeiten sind da. Vielleicht müsste man manchmal nur etwas mutiger sagen: „Gut, jetzt bauen wir das Ding einfach.“ Denn Zukunft wartet selten geduldig im Wartezimmer.
- In Deutschland gibt es insgesamt rund 3 Millionen Unternehmen.
- Studien zu besonders innovativen Firmen nennen allein mehrere Hundert Spitzenunternehmen pro Jahr. Eine aktuelle Liste enthält 503 besonders innovative Firmen.
- Allein im Bereich Umwelt- und Green-Tech-Start-ups gibt es ungefähr 2.900 Unternehmen.
- Die deutsche Medizintechnik umfasst über 12.000 Unternehmen (inklusive kleiner Betriebe).
Und das Spannende: Innovation passiert oft nicht nur bei großen Konzernen wie BMW oder Volkswagen. Sehr viele Ideen kommen aus kleinen Start-ups oder Mittelstandsunternehmen. Häufig kennt man die Namen gar nicht – obwohl dort an Robotern, neuen Batterien, KI oder Wasserstoff gearbeitet wird.
Mal was damit zusammenhängt.
Für Deutschland im Jahr 2024 sieht das Bild ungefähr so aus:
📉 Firmenpleiten (Unternehmensinsolvenzen):
21.812 Unternehmen meldeten Insolvenz an. 2024
📈 Gründungen – je nach Zählweise:
- Größere wirtschaftlich relevante Betriebe: rund 120.900 Neugründungen
- Alle Existenzgründungen / Selbstständigkeiten: rund 585.000 Gründungen
- Gewerbliche Neugründungen insgesamt: rund 594.500
Wenn man die direkten Unternehmenszahlen gegenüberstellt:
| 2024 Deutschland | Anzahl |
|---|---|
| Firmenpleiten | 21.812 |
| größere Unternehmensgründungen | 120.900 |
| Existenzgründungen insgesamt | ca. 585.000 |
Das bedeutet vereinfacht: Auf eine Firmenpleite kamen etwa 5–6 größere Unternehmensgründungen – und bei allen Existenzgründungen sogar deutlich mehr.
Die kleine wirtschaftliche Ironie dazu 😄: In den Schlagzeilen liest man oft „Pleitewelle!“, aber gleichzeitig entstehen weiterhin viele neue Unternehmen.
Das Problem ist eher: Manche Branchen verlieren gerade alte Firmen schneller, als neue stabile Unternehmen groß werden.
#Deutschland #China #Transrapid #Innovation #Elektroautos #Solarenergie #Zukunftstechnologien
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