Schweben wie in der Zukunft
Mal etwas anderes:
Der Transrapid war einmal Deutschlands große Zukunftshoffnung. Ein Zug ohne Räder, der dank Magneten einfach über die Strecke schwebt.
Kaum Reibung, dafür jede Menge Geschwindigkeit. Über 500 Stundenkilometer waren möglich. Der ICE schaute damals vermutlich etwas neidisch auf die Schwebebahn.
Seit den 1970er Jahren entwickelten Unternehmen wie Siemens und ThyssenKrupp diese Technik. Deutschland wollte zeigen, dass es nicht nur Autos bauen kann, sondern auch die Zukunft.
Und optisch sah der Transrapid tatsächlich aus, als käme er direkt aus dem Jahr 2050.
Viel Applaus auf der Teststrecke
In Lathen entstand eine 31 Kilometer lange Teststrecke. Dort durften Politiker regelmäßig vorbeikommen, staunen und sagen: „Das ist wirklich beeindruckend.“
Danach stiegen viele wieder ins Dienstauto und fuhren nach Hause.
Das Problem war nur, dass Zukunft leider teuer war. Der Transrapid brauchte eigene Strecken. Er konnte nicht einfach vorhandene Gleise nutzen.
Deutschland liebt Innovation – solange sie möglichst wenig kostet und am besten schon gestern fertig war.
Hamburg nach Berlin in Rekordzeit
In den 1990er Jahren sollte der Transrapid Hamburg und Berlin in weniger als einer Stunde verbinden. Klingt großartig. Doch dann kamen Kostenrechner, skeptische Politiker und viele Diskussionen.
2000 wurde das Projekt gestoppt. Deutschland entschied sich stattdessen für klassische Bahnprojekte. Das hat ja bekanntlich immer hervorragend funktioniert.
China machte einfach ernst
Während Deutschland weiter diskutierte, baute Shanghai den einzigen kommerziellen Transrapid der Welt. Seit 2004 verbindet er den Shanghai Pudong International Airport mit der Stadt und fährt bis zu 431 km/h.
Der Transrapid bleibt deshalb ein typisch deutsches Symbol: brillante Technik, große Ideen und am Ende sehr viele Meetings.

