Erst unsere Jobs, Dann eure Profite
Maifeier – Der Albertplatz zeigte am 1. Mai einmal mehr, dass Politik nicht nur in Talkshows stattfindet, sondern auch zwischen Bratwurstständen, Infotischen und Tanzgruppen.
Vor Ort waren der Deutscher Gewerkschaftsbund, IG Metall, Verdi, Die Linke, die Linksjugend, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, der Verein „Junges Leben“, das Mehrgenerationenhaus sowie viele Vereine und Tanzgruppen.
Es wurde getanzt, diskutiert und natürlich auch politisch Klartext gesprochen. Kurz gesagt: ein klassischer 1. Mai in Deutschland – nur mit etwas besserer Musik von Daniel aus Zwickau und weniger langweiligen Reden als befürchtet.
Das war ein deutliches Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität. Die Maifeier stand im Zeichen von Gemeinschaft und Zukunft.
Die Maifeier wird uns auch in Zukunft begleiten. Diese Maifeier ist ein Fest des Miteinanders und der Freude.
Die Industrie hustet, Beschäftigte zittern
Das Motto des Tages war deutlich: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite.“ Und dieses Motto kam nicht von ungefähr.
Deutschland steckt wirtschaftlich in einer schwierigen Lage. Hohe Energiekosten, internationale Handelskonflikte und die starke Konkurrenz aus den USA und China setzen viele Unternehmen unter Druck.
Besonders die Autoindustrie wirkt aktuell wie ein Schüler, der das Referat über Elektromobilität komplett vergessen hat und nun hektisch improvisiert.
Bestes Beispiel ist Volkswagen AG.
Der Konzern plant den Abbau von 50.000 Stellen und das, obwohl noch immer Milliardengewinne gemacht werden. 6,9 Milliarden Euro Gewinn,nicht Umsatz sind offenbar inzwischen schon eine wirtschaftliche Katastrophe.
Für normale Menschen klingt das eher nach einem sehr erfolgreichen Jahr.
Die Maifeier bringt Menschen zusammen, um für ihre Rechte und eine bessere Zukunft zu kämpfen.
Wer zahlt am Ende die Rechnung?
Die Antwort ist leider oft dieselbe: die Beschäftigten.
Viele Menschen haben Angst um ihren Arbeitsplatz, ihre Familie und ihre Zukunft. Werke werden geschlossen, Jobs ins Ausland verlagert und am Ende heißt es wieder, alle müssten den Gürtel enger schnallen.
Interessanterweise sitzen Menschen mit Millionenvermögen dabei selten am engsten Gürtelloch.
Die Maifeier ist nicht nur ein Feiertag, sondern ein Symbol für den Kampf um sozial gerechte Arbeitsbedingungen.
Bei der Podiumsdiskussion wurde deshalb gefordert, mehr in Innovation, Bildung und moderne Technologien zu investieren. Gute Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben und soziale Sicherheit darf nicht kaputtgespart werden.
Auch in der Region gibt es Probleme.
Rente, Gesundheitsversorgung und faire Löhne sind keine Luxusprodukte, sondern Grundpfeiler einer funktionierenden Gesellschaft.
Solidarität bleibt modern
Auch Gewerkschaften erinnerten daran, dass Rechte wie der Acht-Stunden-Tag, Urlaub oder Tarifverträge nicht plötzlich vom Himmel gefallen sind.
Dafür wurde jahrzehntelang gekämpft. Und offenbar muss man auch heute wieder daran erinnern, dass Menschen wichtiger sind als Quartalszahlen.
Der 1. Mai auf dem Albertplatz machte jedenfalls klar: Solidarität lebt – und sie hat erstaunlich viel Ausdauer.
In diesem Sinne bleibt die Maifeier auch in Zukunft ein wichtiger Tag für die Solidarität unter den Beschäftigten.
Zum Abschluss noch eine Bratwurst als Pflichtprogramm, dann wurde alles eingepackt und es ging nach Hause.
Die Maifeier lässt uns nicht vergessen, dass wir für unsere Rechte einstehen müssen.

