Mieterstrom: Die Kunst, auf dem eigenen Dach arm zu bleiben

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Willkommen im günstigsten Stromsystem, das sich niemand leisten darf

Stell dir vor, die Sonne scheint kostenlos vom Himmel, knallt auf deutsche Dächer und produziert Strom für fast umsonst.
Eine dieser seltenen Erfolgsgeschichten der Menschheit. Die Technik ist da, die Preise sind gefallen, die Energiewende liegt quasi auf dem Dach und winkt.
Und dann kommt Deutschland und sagt: „Klingt gut, machen wir kompliziert.“

Denn während der Eigenheimbesitzer gemütlich auf seinem Dach sitzt und Strom für 5 bis 12 Cent pro Kilowattstunde erntet, steht der Mieter unten im Hof und darf zusehen, wie derselbe Strom durch ein bürokratisches Labyrinth geschickt wird, bis er plötzlich das Drei- bis Vierfache kostet.

Das Dach gehört dir nicht, also gehört dir auch die Sonne nicht

Im Mietshaus ist das Prinzip einfach: Das Dach gehört dem Vermieter, der Strom gehört dem Gesetzgeber und die Rechnung gehört dir. Willkommen im Mieterstrommodell.

Hier passiert etwas Magisches. Aus billigem Sonnenstrom wird durch Messkonzepte, Umlagen, Abrechnungsmodelle und ein bisschen regulatorisches Feenstaub plötzlich ein Premiumprodukt.
Man könnte meinen, irgendwo sitzt ein Beamter und würfelt täglich neue Regeln aus, nur um sicherzugehen, dass es auch wirklich keiner versteht.

Der Vermieter investiert, klar.
Aber natürlich nicht aus Nächstenliebe. Also kommt eine Rendite obendrauf. Dann kommen noch Verwaltungskosten, dann kommen noch Abgaben, und am Ende steht da ein Preis, bei dem sich selbst die Sonne fragt, ob sie nicht lieber wieder untergehen sollte.

Die Energiewende als Escape Room

Mieterstrom ist ein bisschen wie ein Escape Room. Nur ohne Ausgang. Und ohne Spaß.

Du willst günstigen Strom?
Dann löse bitte folgende Rätsel: Wer misst was? Wer rechnet mit wem ab? Welche Umlage gilt heute?
Und warum ist das alles in drei verschiedenen Gesetzen geregelt, die sich gegenseitig widersprechen?

Die meisten geben nach fünf Minuten auf und gehen einfach zurück zum Grundversorger.
Der ist zwar teuer, aber wenigstens ehrlich teuer.

Der eigentliche Witz: Es könnte so einfach sein

Das Tragische ist ja: Es ist alles da. Die Dächer, die Technik, das Wissen. Was fehlt, ist nicht Innovation, sondern Mut zur Vereinfachung.

Man könnte Mieterstrom so billig machen wie Eigenverbrauch. Man könnte Abgaben streichen, Modelle standardisieren, Bürokratie abbauen.
Man könnte.

Stattdessen hat man ein System gebaut, das zuverlässig verhindert, dass genau die Menschen profitieren, die es am meisten bräuchten.

Fazit: Die Sonne scheint für alle, aber die Rechnung nicht

Am Ende bleibt die Erkenntnis: In Deutschland ist selbst Sonnenlicht eine Frage der Besitzverhältnisse.
Wer ein Dach hat, spart Geld. Wer keins hat, finanziert die Energiewende mit.

Vielleicht ist das die eigentliche Meisterleistung dieses Systems. Aus einer simplen Idee – Sonne scheint, Strom entsteht – wurde ein hochkomplexes Konstrukt, bei dem am Ende vor allem eines entsteht: eine ziemlich absurde Rechnung.

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