Teures Benzin? Nein, teure Fehler

72 / 100 SEO Punktzahl

Das Benzin ist teuer. Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Wirklich teuer ist die Erkenntnis, dass wir es mal wieder geschafft haben, uns sehenden Auges abhängig zu machen – diesmal mit Anlauf und politischem Rückenwind.

Ein kleiner Blick zurück: 2012 wurde unter der damaligen Unionsregierung der Solarausbau in Deutschland so gründlich ausgebremst, dass man fast meinen könnte, die Sonne sei damals zum Teil einfach abgeschafft worden.
Warum auch nicht – russisches Gas war schließlich billig, zuverlässig und politisch völlig unproblematisch. Was sollte da schon schiefgehen?

Zurück ins Heute: Die Realität ist zurück. Und sie bringt steigende Preise, geopolitische Spannungen und eine Energiepolitik, die wirkt, als würde sie mit verbundenen Augen navigieren.
Während Deutschland inzwischen mehr Strom produziert, als die Netze sinnvoll aufnehmen können, wird ausgerechnet der Ausbau dieser Netze verunsichert und gebremst.
Gleichzeitig geraten erneuerbare Energien politisch unter Druck, als wären sie das Problem – und nicht die Lösung.

Besonders bemerkenswert ist dabei die politische Inszenierung. Während Figuren wie Friedrich Merz und Katherina Reiche in Beliebtheitsrankings eher im unteren Bereich unterwegs sind, hält sich hartnäckig der Mythos von der wirtschaftlichen Kompetenz der CDU.
Vielleicht liegt es daran, dass steigende Preise inzwischen als Naturgesetz durchgehen – wie Regen im Herbst oder Stau auf der Autobahn.

Dabei ist die Preisentwicklung alles andere als zufällig.
Gas bleibt teuer, nicht nur wegen CO₂-Preisen und politischer Regulierung, sondern auch wegen wachsender geopolitischer Risiken.
Anders gesagt: Wer auf fossile Energien setzt, setzt auf Unsicherheit und steigende Preise, die von den Konzernen abgeschöpft werden.
Wind und Sonne hingegen haben weder Lieferkettenprobleme noch geopolitische Engpässe. Die Straße von Hormus interessiert sie ungefähr so sehr wie der Ölpreis von gestern.

Und dann ist da noch die historische Fußnote, die keine ist: ExxonMobil wusste bereits in den 1970er Jahren ziemlich genau, wohin die Reise beim Klimawandel geht.
Öffentlich wurde das über Jahrzehnte erfolgreich ignoriert – mit den bekannten Folgen.

Am Ende bleibt eine fast schon ironische Erkenntnis: Die teuerste Energie ist nicht die erneuerbare.
Es ist die, an der man zu lange festhält.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.