Es gibt politische Comebacks, die niemand bestellt hat. Schulterpolster. Faxgeräte. Und jetzt: klimaschädliches Heizen.
Die große Koalitions-Retroshow von CDU/CSU und SPD bringt uns zurück in eine Zeit, in der Gas noch als „Brückentechnologie“ verkauft wurde – also als Brücke direkt in die nächste Krise.
Denn während irgendwo auf der Welt Konflikte die Gaspreise fröhlich durch die Decke schicken, denkt man sich in Berlin offenbar: „Lass uns genau davon noch abhängiger machen – klingt nach einem stabilen Plan.
Die Gaslobby sagt Danke – der Rest zahlt
Die Rechnung ist simpel:
Teures Gas + politische Bequemlichkeit = volle Kassen bei Konzernen und leere Geldbeutel bei allen anderen.
Während viele Menschen überlegen, ob sie zuerst die Miete, die Heizung oder den Wocheneinkauf bezahlen, passiert politisch ungefähr Folgendes: Schulterzucken auf höchstem Niveau.
Krisengewinne abschöpfen? Ach was. Warum sollte man auch den Geldhahn zudrehen, wenn er doch so schön sprudelt?
Die Botschaft ist klar: Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren. Klassiker. Läuft seit Jahrzehnten zuverlässig – nur leider immer gegen die Wand.
Klimapolitik im Rückwärtsgang
Das eigentlich Absurde: Wir wissen längst, dass erneuerbare Energien nicht nur sauberer, sondern auch günstiger und unabhängiger machen.
Aber anstatt aufs Gaspedal der Energiewende zu drücken, wird erstmal der Rückwärtsgang eingelegt.
Man könnte fast meinen, fossile Abhängigkeit sei ein Kulturgut, das es zu bewahren gilt.
Die Hoffnung kommt von unten (wo sonst?)
Während oben noch diskutiert wird, ob man das Problem vielleicht ignorieren kann, passiert unten längst etwas anderes:
Initiativen wie der Berliner Baumentscheid oder lokale Klimabewegungen zeigen, dass Veränderung auch ohne bundespolitischen Segen funktioniert.
Menschen organisieren sich, Kommunen ziehen nach, Projekte entstehen.
Und ganz ehrlich: Das ist vermutlich die eigentliche Nachricht.
Denn während die große Politik noch überlegt, ob sie die Zukunft wirklich will, bauen andere sie einfach schon mal.
Photovoltaik auf dem Dach.
E-Autos im Alltag, wie bei uns auf dem Hof
Geothermie im Schwimmbad, Eine Sache zu der ich nachher fahr, an der im ADMEDIA gebaut wird.
Nicht perfekt. Aber real. Und vor allem: in die richtige Richtung.
Realität schlägt Ideologie – irgendwann
Die Ironie der Geschichte?
Je stärker an fossilen Strukturen festgehalten wird, desto schneller werden sie überholt.
Nicht aus Einsicht. Sondern aus Notwendigkeit.
Die Energiewende kommt nicht, weil sie politisch bequem ist.
Sie kommt, weil alles andere schlicht zu teuer wird – ökologisch wie ökonomisch.
Und bis dahin gilt offenbar:
Heizen wie früher. Zahlen wie morgen.



