Neuer digitaler Erinnerungsort in Plauen eröffnet

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Foto: Ellen Liebner (Freie Presse)

Am Thomas-Küttler-Platz in Plauen, direkt neben dem Denkmal für den 7. Oktober 1989, ist ein besonderer Ort der Erinnerung entstanden: eine interaktive Multimedia-Tafel, die auf den ersten Blick wie ein übergroßer Fernseher wirkt. Am 20. April war ich mit Ivonne als Assistenten bei der Einweihung und später der Lesung im Quartier 30 dabei.
Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Gerät ein moderner digitaler Erinnerungsraum, der Geschichte lebendig und zugänglich macht.
Besucher können hier künftig multimedial in die Ereignisse rund um die Friedliche Revolution und die Entwicklung der Demokratie eintauchen.

Demokratiegeschichte zum Anfassen

Die Einweihung fiel bewusst auf den 18. März, ein Datum, das wie kaum ein anderes für den langen und oft konfliktreichen Weg zur Demokratie in Deutschland steht. An diesem Tag fand 1990 die erste und zugleich letzte freie Volkskammerwahl der DDR statt.
Doch auch historisch reicht die Bedeutung weit zurück: Bereits 1848 markierte der 18. März mit den Barrikadenkämpfen in Berlin einen Wendepunkt der Märzrevolution, bei der Bürger für Freiheit, Mitbestimmung und eine Verfassung eintraten.
Noch früher, im Jahr 1793, wurde an diesem Datum die Mainzer Republik ausgerufen, ein früher demokratischer Versuch auf deutschem Boden.

Erstmals wurde der 18. März nun bundesweit als „Tag der Demokratiegeschichte“ begangen. Mehr als 250 Orte und Institutionen beteiligen sich bis zum 22. März mit Veranstaltungen wie Vorträgen, Lesungen, Zeitzeugengesprächen und Stadtführungen.
Initiiert wurde dieser Gedenktag von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, die 2021 auf Beschluss des Bundestages gegründet wurde. Auch die Umsetzung des Projekts in Plauen wurde durch diese Stiftung ermöglicht.

Eine zentrale Rolle bei der Realisierung der interaktiven Tafel spielte das Kulturreferat der Stadt. Insbesondere Hardy Herold setzte sich engagiert für die Umsetzung dieses digitalen Erinnerungsortes ein.

Den Abschluss des Veranstaltungstages bildet eine Lesung im Quartier 30: Aus dem Buch „Verzweiflung und Aufbruch – Erinnerungen an den Herbst ’89 in Plauen“ von Frieder Seidel trägt Frank Heidan eindrucksvoll Zeitzeugenberichte vor – ein weiterer Baustein, um Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern erlebbar zu machen. Es wurden auch Fragen von Jüngeren gestellt, die damals nicht dabei waren. Es wurden auch in der Diskussion Fragen von Jüngeren gestellt, die damals nicht dabei waren.

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