Der Frachtdampfer Plauen – ein vogtländischer Name auf den Weltmeeren

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Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die deutsche Handelsschifffahrt ihre große Zeit erlebte, bekam auch das Vogtland einen ganz besonderen Platz auf den Weltmeeren. 1907 lief in einer norddeutschen Werft der Frachtdampfer Plauen vom Stapel – benannt nach der vogtländischen Spitzenstadt, die damals für Fleiß, Industrie und Weltoffenheit stand. Die Stadt Plauen erfuhr davon  erst aus der Zeitung.

Die Stadt Plauen war zu jener Zeit weit über Sachsen hinaus bekannt. Ihre Textilindustrie, allen voran die berühmte Plauener Spitze, wurde in alle Welt exportiert. Der Name „Plauen“ auf dem Bug eines Hochseeschiffes war deshalb mehr als nur ein Ortsname: Er war ein Aushängeschild für eine erfolgreiche Industrieregion mitten in Deutschland. So trug der Dampfer den Namen des Vogtlands hinaus in ferne Häfen und auf alle Ozeane.

Der Frachtdampfer selbst war ein typisches Arbeitsschiff seiner Zeit – solide gebaut, fast 120 Meter lang und mit einer kräftigen Dampfmaschine ausgestattet. Mit etwa 12 Knoten Geschwindigkeit brachte er Waren von Europa bis nach Australien. Schon kurz nach seiner ersten großen Reise geriet die Plauen jedoch in Gefahr: Vor der portugiesischen Küste kam es bei dichtem Nebel zu einer schweren Kollision mit einem anderen Frachter. Doch wie es sich für ein robustes Schiff gehörte, hielt die Konstruktion stand. Die Plauen konnte gerettet, repariert und wieder in Fahrt gebracht werden.

In den folgenden Jahren verrichtete sie zuverlässig ihren Dienst im internationalen Handel. Während in Plauen weiter Spitzen geklöppelt und Stoffe gefertigt wurden, fuhr „ihre“ Plauen über die Meere und verband die vogtländische Heimat symbolisch mit der großen weiten Welt. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete diese Zeit abrupt. Wie viele deutsche Handelsschiffe wurde auch die Plauen nach dem Krieg an die Siegermächte abgegeben.

Das Schiff wechselte mehrfach den Besitzer und den Namen. Unter britischer Flagge und später als portugiesisches Handelsschiff Ganda fuhr es weiter – nun vor allem auf Routen zwischen Europa und Afrika. Der Name Plauen war da längst vom Rumpf verschwunden, doch die Geschichte des Schiffes blieb mit der Stadt verbunden.

Ihr Ende fand die ehemalige Plauen im Zweiten Weltkrieg. 1941 wurde sie vor der Küste Marokkos von einem deutschen U-Boot angegriffen und versenkt. Fünf Menschen verloren dabei ihr Leben. Damit endete die lange Reise eines Schiffes, das einst den Namen einer vogtländischen Stadt in die Welt getragen hatte.

Die Geschichte des Frachtdampfers Plauen ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eng das Vogtland mit der großen Welt verbunden war – nicht nur durch Handel und Industrie, sondern sogar durch die Hochseeschifffahrt.
Ein Stück regionaler Geschichte, das zeigt: Auch eine Stadt ohne Meer konnte Spuren auf den Weltmeeren hinterlassen.

Bild: plauen_sammlungkludas_schmelzkopf

Quelle:https://frachtdampferfuerth.com/2019/11/02/schwesterschiff-plauen/

Quelle: Wikipedia

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