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Ein Tag voller Emotionen, Gemeinschaft und neuer Eindrücke
Heute habe ich nach langer Zeit wieder an einer der vielfältigen Veranstaltungen des Sozialen Dienstes teilgenommen – und dieses Mal führte sie uns mit der Straßenbahn durch Plauen.
Der Pflegecampus ist schon einmal mit der Plauener Straßenbahn gefahren. Der Austausch zwischen der „PSB“ und dem ASPIDA Pflegecampus riss nie ab, im Gegenteil: Schon bald entstand die Idee einer besonderen Ausflugsfahrt.
Doch schnell stellte sich die Frage, wie die Teilnahme für alle Bewohnerinnen und Bewohner möglich sein könnte, ohne dass ihnen eigene Kosten entstehen. Die Lösung bot das Förderprogramm „Senioren- und Behindertenarbeit“ des Vogtlandkreises, über das die Finanzierung gesichert wurde. Der Antrag wurde zügig und unbürokratisch bewilligt.
Für Menschen wie mich ist eine Straßenbahnfahrt vielleicht Routine.
Doch für viele Gäste des ASPIDA Pflegecampus Plauen, vor allem ältere Menschen und Gäste, die nicht aus Plauen stammen, war diese Fahrt weit mehr als ein Ausflug. Es waren neue, ungewohnte und zugleich aufregende Eindrücke, die man nicht vergisst.
Wir fuhren nicht von A nach B sondern einmal eine Große Runde: vom Betriebshof nach Neundorf, über den Tunnel zum Bahnhof, dann wieder über den Tunnel zum Chrieschwitzer Hang oder wie der Straßenbahnfahrer Sven Lippold sagte zur Endhaltestelle Waldfrieden und wieder zum Betriebshof oder Straßenbahndepot (dieser Ausdruck wurde früher dafür gebraucht) zurück. „Ein riesiges Dankeschön für den großen Einsatz und die vielen Stunden, die in die Organisation und Umsetzung dieser besonderen Ausfahrt gesteckt wurden.“
Hinweis: Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Ich habe mich dem Thema Straßenbahn mit der Nüchternheit der Mathematik genähert – und bin doch auf etwas gestoßen, das weit über Zahlen hinausgeht.
Wenn wir ehrlich sind, gibt es jenseits der Straßenbahn kaum ein Verkehrsmittel, das zugleich so effizient, so verlässlich und so zukunftsfähig ist. Und genau darin steckt der eigentliche Konflikt: Was sind all die vollgestopften Straßen und das endlose Park-Chaos gegen ein ÖPNV-System, das tatsächlich funktioniert?
Noch dramatischer wird es, wenn man den Blick hebt: Viele Städte, in denen die Straßenbahn einst das Rückgrat des Verkehrs war, führen heute wieder erbitterte Debatten über ihre Rückkehr.
Und während wir diskutieren, dreht sich die Welt weiter.
Der Strommix wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern, vorausgesetzt der Ausbau der erneuerbaren Energien wird nicht erneut verschleppt.
Wenn das gelingt, dann werden auch die Zahlen neu geschrieben – und die Bilanz der Straßenbahn wird noch überzeugender ausfallen als heute.











Es war einmal:
1. Hamburg — eingestellt 1. Okt. 1978.
Befund: Die Abschaffung gilt als eines der markantesten Beispiele; seit Jahren gibt es immer wieder öffentliche Debatten, Gutachten und sogar neue Planungen/Machbarkeitsstudien zur (Wieder-)Einführung einer Stadt-/Straßenbahn.
2. Wiesbaden — letzter Tram-Betrieb 30. April 1955 (größere Teile bereits früher eingestellt).
Befund: Wiederholte Anläufe zur Wiedereinführung (z. B. die sogenannte CityBahn), inklusive großem Bürgerentscheid 2020
3. Münster — letzte Fahrt 25. Nov. 1954.
Befund: Starke lokale Erinnerung und seit einigen Jahren wieder öffentliche Diskussionen/Initiativen, die Schiene als Option zur Verkehrswende zu prüfen.
4. Göttingen — geplante/teilweise gebaute Tram, aber nie in regulären Betrieb genommen (frühe 1900er / Projektabbruch).
Befund: In jüngerer Zeit mehrfach politische Anträge und Diskussionen für Machbarkeitsstudien bzw. Wiederaufbau
5. Mönchengladbach — letzter regulärer Betrieb 1969.
Befund: Erinnerungsprojekte und immer wieder lokalpolitische Debatten
6. Weitere Kleinstädte mit stillgelegten Netzen: Gießen, Marburg, Tübingen, viele dieser Städte haben heute Diskussionen darüber, dass die Abschaffung langfristig problematisch war
Quelle/Grundlage: Wikipedia — „List of town tramway systems in Germany“ (enthält alle ehemaligen und bestehenden Systeme) sowie lokale Artikel/Seiten für Detailprüfungen (z. B. Aachen, Kiel, Stadtseiten).
Rechnungen:
Ich bin zwar kein Mathematiker, doch wie ist die Effizienz einer Straßenbahn, gegengerechnet auf die Effizienz eines Autos? (Wobei ich nicht beachtet habe, dass Autos eigentlich in Anbetracht ihrer tatsächlichen Betriebsstunden eigentlich Stehzeuge sind.)
Die Effizienzen von Straßenbahn (Schiene/ÖPNV) und Pkw lassen sich auf verschiedene Arten vergleichen:
- Endenergie pro Person-km
- Treibhausgas-Emissionen pro Person-km
- Lebenszyklusbetrachtung
Energie-Effizienz-Faktor 0,5278 / 0,08333
= 6,333 → die Straßenbahn braucht ≈6,3-mal weniger Endenergie pro Person-km als der Pkw (unter den oben genannten Mittelwerten).
CO₂-Emissionen (Beispielrechnung, deutscher Strommix 380 gCO₂/kWh)
Tram: 0,08333 kWh/pkm × 380 gCO₂/kWh = 31,7 gCO₂/Person-km.
Pkw (vereinfachend): nehmen wir 115 gCO₂/km Fahrzeug (Flottenmittelwert) ÷ 1,5 Personen = 76,7 gCO₂/Person-km. (Alternativ: BEV mit Stromverbrauch ≈0,18 kWh/km und 1,5 Pers. ergibt andere Werte — siehe Hinweise weiter unten.)
Fazit aus dem Beispiel: 76.7 / 31.7 ≈ 2.4 → bei diesen Annahmen emittiert der Pkw ca. 2,4× mehr CO₂ pro Person-km als die Straßenbahn.
Quellen:
- Der Bericht „Innovative und systematische Ansätze für mehr Energieeffizienz im kommunalen ÖPNV“ — dort heißt es, dass bei U-Bahn und Straßenbahn der Endenergiebedarf pro Personenkilometer im Vergleich zum Pkw auf „etwa ein Fünftel“ liegt. Forschungsprogramm Stadtverkehr
- Institutionelle Einschätzungen: Laut Allianz pro Schiene ist der Schienen-/ÖPNV-Verkehr besonders energieeffizient im Vergleich zu Pkw & Bus. Allianz pro Schiene

