Gestern stand eigentlich ein Terrassenkonzert auf dem Plan – die Bühne unter freiem Himmel, die Abendluft voller Musik, dazu ein Hauch Spätsommer.
Doch das Wetter hatte andere Vorstellungen. Nicht stabil genug, nicht beständig, zu riskant für ein Freiluftkonzert. Also verwandelte sich der Abend kurzerhand in ein Salonkonzert. Und rückblickend muss man sagen: Es war genau die richtige Entscheidung.
Denn die Moonflyers traten in einer besonderen Konstellation auf – reduziert, intim, in kleiner Besetzung. Kein Trommler, kein Rhythmusgerät, keine Technik, die den Sound stützen musste. Nur Stimmen, Instrumente und diese spürbare Freude an der Musik. Überraschenderweise fehlte nichts. Der Klang war rund, das Gefühl authentisch. Das Publikum merkte kaum, dass hier etwas „fehlte“. Im Gegenteil: Die Reduktion machte den Auftritt intensiver.
Gesungen wurde ausschließlich auf Deutsch, was für viele Gäste eine willkommene Abwechslung war. Im Zentrum standen Osttitel, die noch heute Erinnerungen wachrufen. Ein Stück stach dabei für mich heraus: Das Weiße Boot von den Roten Gitarren. Ein Lied, das Anfang der 1970er-Jahre besonders im Norden der DDR Kultstatus hatte. Wer damals in einem „Volkskunstkollektiv“ aktiv war, kennt es noch aus den sogenannten Einstufungskonzerten, bei denen man regelmäßig antreten musste – auch, wenn man „nur“ Musik machen wollte. Mit diesem Klassikern verbanden sich viele persönliche Geschichten, und genau das machte den Moment so besonders.
Das Publikum ließ sich nicht lange bitten: Es wurde applaudiert, gejohlt und kräftig mitgesungen. Die Begeisterung im Raum sprach Bände. Klar, bei gutem Wetter draußen auf der Terrasse wäre es sicher ein anderes, vielleicht sommerlicheres Erlebnis gewesen. Doch so, im Salon, war es ebenso intensiv – beinahe familiär, nahbar, voller Wärme. Manchmal schenken uns widrige Umstände die besseren Geschichten.
Nicht unerwähnt bleiben darf die zweiköpfige Roadcrew, bestehend aus Patrick und Markus. Mit ruhiger Hand und vollem Einsatz sorgten sie dafür, dass Technik, Aufbau und Ablauf reibungslos funktionierten. Ihre Arbeit blieb zwar im Hintergrund, war aber unverzichtbar für diesen gelungenen Abend.
Am Ende bleibt ein Eindruck, der hängen bleibt: Ein Konzert, das aus der Not geboren wurde, entwickelte sich zu einem musikalischen Kleinod. Die Moonflyers haben gezeigt, dass wahre Musik keine großen Inszenierungen braucht – nur Leidenschaft, Herz und die Verbindung zum Publikum.
margy-plauen.de
Es wird besser wenn wir Brücken statt Mauern baun.

