Harald Lesch hatâs auf eine Folie geschrieben: Fuck. Und ehrlicher und einfacher kann man den Zustand unseres Planeten kaum zusammenfassen. Seit 300 Jahren haben wir die Erde so ruiniert, dass wir jetzt ernsthaft darĂŒber reden mĂŒssen, ob groĂe Teile der Welt bald unbewohnbar werden.
Wir haben Abfallberge im Wasser, im Boden â und vor allem in der Luft. COâ und Methan, so unsichtbar wie gefĂ€hrlich, heizen unser Klima auf, und das hat nichts damit zu tun , dass es dieses Jahr bei uns etwas kĂŒhler schien, denn das war nur regional. Und obwohl die Wissenschaft seit Jahrzehnten warnt, schaffen wir es immer noch, alles wegzuwischen mit einem âkann ja nicht seinâ.
Wissenschaft rettet uns â und keiner hört zu
Dank Forschung fliegen wir um die Welt, operieren mit Lasern, kommunizieren in Sekunden ĂŒber Kontinente. Aber dieselbe Wissenschaft sagt uns: Stopp, so geht es nicht weiter.
Manche, wie in den USA glauben ernsthaft, ihre Regierungen könnten WirbelstĂŒrme wie Milton kĂŒnstlich erzeugen.
Andere leugnen, dass COâ das Klima beeinflusst â als ob MolekĂŒle politische Ăberzeugungen hĂ€tten. Das ist absurd. Und es zeigt: Wir haben nicht nur eine Klimakatastrophe, wir haben auch eine Katastrophe der Vernunft.
Leute glauben lieber an Unsinn, als dass sie akzeptieren, dass wir selbst das Problem sind.
Kapitalismus frisst Klima
Solange ein paar Superreiche und Konzerne damit Geld verdienen, die Natur zu zerstören, wird sie zerstört. Punkt.
Warum sollte ein Fabrikbesitzer in Kalifornien aufhören, FlĂŒsse in Indien zu vergiften, wenn er selbst hinter kalifornischen Mauern mit sauberem Wasser lebt und daran verdient?Deshalb ist Klimaschutz auch eine Machtfrage.
Eine Demokratie, die in der Wirtschaft mitredet, wĂŒrde keine FlĂŒsse vergiften. Denn wer darin badet, wer davon trinkt, vergiftet sich nicht selbst.
Erneuerbare: die gröĂte Gefahr fĂŒr Konzerne
Das Absurde: Wir haben die Lösung lĂ€ngst. Wind und Sonne liefern sauberen, endlosen Strom. Schon jetzt kommen ĂŒber 50 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Quellen. Jeder kann Solarpanels aufs Dach knallen (wie jener Tankstellenbesitzer in Bangladesh) oder Teil einer Energie-Genossenschaft werden, wie es bei Hof war und sich ein Windrad kaufen.
Das genossenschaftlich betriebene BĂŒrger-Windrad bei Sellanger (Selbitz), Landkreis Hof hat 0,75 GWh/Jahr Ă ~29 Jahre â rund 22 GWh Stromerzeugung ĂŒber die gesamte Laufzeit eingebracht
Das ist echte Freiheit.
Aber genau davor haben die groĂen Energiekonzerne Angst. Denn Sonne und Wind kann man nicht besitzen.
Wir steuern auf +5 Grad zu
Lesch rechnet es vor: Wir sind auf dem schlimmsten aller Wege. FĂŒnf Grad mehr â und groĂe Teile Afrikas, Asiens und SĂŒdamerikas sind unbewohnbar. Hitzewellen, DĂŒrren, Ăberschwemmungen. Millionen Tote. Milliarden auf der Flucht. Das ist kein Katastrophenfilm, das ist die RealitĂ€t, auf die wir zusteuern.
Schluss mit der NaivitÀt
Wir haben keine Zeit mehr fĂŒr Debatten, ob es den Klimawandel âwirklich gibtâ. Wir brauchen jetzt Handeln:
- Wechselt zu demokratischen Energieanbietern.
- UnterstĂŒtzt Politiker, die fĂŒr erneuerbare Energien kĂ€mpfen.
- Lasst euch nicht von Hetze und Desinformation einlullen RĂŒdiger
Denn am Ende geht es nicht um Ideologie, nicht um Links oder Rechts. Es geht um die simple Frage: Wollen wir ĂŒberleben oder nicht?
Und wenn wir so weitermachen wie bisher, bleibt uns nur ein einziges Wort, das die ganze Wahrheit beschreibt:
Fuck.
Hier sind einige genossenschaftliche Projekte im Bereich erneuerbare Energien in Sachsen, die insbesondere auf genossenschaftlicher Basis (BĂŒrgerenergiegenossenschaften etc.) funktionieren:
BĂŒrgerEnergie Drebach e.G. (Erzgebirge)
- GrĂŒndung: 2014 durch BĂŒrger:innen in Drebach (Erzgebirgskreis).
- AktivitĂ€ten: PV-Anlagen auf öffentlichen DĂ€chern, ElektromobilitĂ€t (LadesĂ€ulen), BĂŒrgerstromversorgung, Ăko-Gas, gemeinschaftliche Stromnutzung mit stabilen Preisen.
- Leistung & Wirkung: Rund 8 PV-Anlagen mit ca. 233 kWp Leistung. Bis 2023 wurden rund 500 MWh erzeugt, allein im Jahr 2023 etwa 100 MWh, mit 182 t COâ-Einsparung.
- Mitwirkung: Bereits ab 250 ⏠Beteiligung, mit 20-jÀhriger Strompreisgarantie und demokratischer Mitbestimmung.
Energiegenossenschaft Leipzig e.G.
- GrĂŒndung: Ende MĂ€rz 2013 in Leipzig.
- Ziel: Förderung der Energiewende vor Ort durch eine bĂŒrgernahe, nachhaltige Energieversorgung.
BĂŒrger-Energie Zittau-Görlitz e.G.
- GrĂŒndung: 2009, initiert durch Volksbank Löbau-Zittau eG.
- Fokus: Klimafreundliche Stromproduktionâinsbesondere durch Photovoltaikanlagenâmit attraktiver Rendite fĂŒr Mitglieder.
egNEOS â Neue Energien Ostsachsen eG
- Projekte: PV-Anlagen âNEOS Solar 10 & 11â (z. B. in Dresden-Pieschen und Wehrsdorf), BĂŒrgerwindrad âNEOS Wind 1â (Enercon E101 bei Riesa, liefert Strom fĂŒr ca. 2.500 Haushalte).
- Beteiligungsmöglichkeiten: Mitgliedschaft, Nachrangdarlehen, ehrenamtliches Engagement.
Weitere Projekte und Netzwerke
Die SAENA GmbH (SĂ€chsische Energieagentur) fördert die GrĂŒndung und Vernetzung solcher Projekte und hĂ€lt Workshops, z. B. mit Erfolgsberichten von WirMachenEnergie eG oder Energiegenossenschaft Zittau-Görlitz eG.
Laut einem Ăberblick gibt es in Sachsen rund 15 Energiegenossenschaften, darunter jene in Leipzig, Dresden (egNEOS), BĂŒrgerenergie Erzgebirge und Chemnitz.
VEE Sachsen e.V. agiert als landesweiter Verband mit ĂŒber 130 Mitgliedern. Er unterstĂŒtzt Projekte in BĂŒrgerenergie, Wind, Solar, Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft, Netze, Speicher, MobilitĂ€t etc..
AuĂerdem gibt es ein konkretes BĂŒrgerenergieprojekt (ĂŒber VEE Sachsen), das Strom aus Windkraft und Biogas erzeugt und in Wasserstoff-Elektrolyse, öffentlichen LadesĂ€ulen, MobilitĂ€t sowie PV auf kommunalen Einrichtungen integriert â verbunden mit regionaler Nahversorgung mit Holzhackschnitzeln, H2-Tankstelle etc..
In Sachsen existieren mehrere aktive genossenschaftlich organisierte Projekte im Bereich erneuerbarer Energien â von kleinen PV-Projekten im Erzgebirge bis hin zu gröĂeren Initiativen wie egNEOS oder dem BĂŒrgerenergieprojekt ĂŒber VEE Sachsen. Sie alle vereint das Ziel, die Energiewende regional, wirtschaftlich tragbar und demokratisch mitzugestalten.

