Ein erlebnisreicher Tagesausflug mit Bahn, Kultur und Geschichte
Am 9. Juni unternahm ich gemeinsam mit meiner Assistenz Yvonne einen Tagesausflug nach Dresden, um mich mit einem ehemaligen Kollegen zu treffen.
Diese Reise bot nicht nur die Gelegenheit für ein herzliches Wiedersehen, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit, Kultur und Technikgeschichte hautnah zu erleben – ganz ohne Stress und mit bemerkenswerter Barrierefreiheit.
Dank meines Schwerbehindertenausweises konnte ich in der Regionalbahn und der Begleitperson-Regelung konnten wir kostenfrei mit der Bahn reisen. Die Verbindung von Plauen nach Dresden ist überraschend angenehm: Reichenbach, Zwickau, Glauchau, Chemnitz, Freiberg, Flöha, Tharandt – die Route ist gut ausgebaut, stündlich fährt ein Zug. Die Fahrzeit ist mit der des Autos vergleichbar, allerdings völlig stressfrei und ohne lästige Staus oder Baustellen. Auch preislich bleibt die Bahnfahrt ohne irgendwelche Vergünstigungen mit rund 30 Euro im überschaubaren Rahmen – besonders im Vergleich zu den tatsächlichen Kosten einer Autofahrt.
In Dresden angekommen, traf ich meinen ehemaligen Kollegen am frühen Nachmittag. Vorher hatten Yvonne und ich noch Gelegenheit, im traditionsreichen Restaurant Kutscherstube zu Mittag zu essen. Das Lokal ist mir noch aus meiner aktiven Berufszeit in Erinnerung geblieben.
Während meines Treffens nahm Yvonne an einer Führung in der berühmten Frauenkirche teil – in Bereiche, die ich mit dem Rollstuhl leider nicht erreichen kann. Dank ihrer Dokumentation mit dem Handy konnte ich jedoch viele Eindrücke später nachvollziehen, irgendwie auch ein Beispiel für Teamarbeit und Teilhabe.
Da wir bis zur geplanten Rückfahrt noch etwas Zeit hatten, beschlossen wir, das Verkehrsmuseum Dresden zu besuchen – ein echtes Highlight, das direkt an der Frauenkirche liegt. – Zwischendrin kann man nur von einem Geschäft mit Meissner Porzellan aufgehalten werden. – Schon beim Eintreten empfing uns das historische Laufrad des Freiherrn von Drais, gefolgt von einer faszinierenden Ausstellung rund um die Entwicklung des Individualverkehrs.
Vom Hochrad über Fahrräder für den Kriegseinsatz im Ersten Weltkrieg, Rennräder aus vergangenen Epochen bis hin zur Motorkutsche von Karl Benz, dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 – das Museum bot eine Zeitreise durch die Geschichte des Fahrzeugs. Besonders beeindruckend waren auch die Automobile der 1920er- bis 1950er-Jahre, darunter ein 20er Auto a la „Bonnie und Clyde”, 30er Mafia Autos bekannt aus “Manche mögen’s heiß” und elegante BMWs der Nachkriegszeit. Auf mehreren Etagen präsentierte das Museum zudem Fahrzeuge aus DDR-Zeiten – vom Trabant über Studienmodelle bis hin zu DDR-Staatskarossen.
Ein besonderes Highlight war die riesige Modellbahnanlage in der ersten Etage, die nicht nur Technikfans begeistert, sondern auch Kinder und Erwachsene gleichermaßen staunen lässt. Staunen konnte ich auch über die Vitrine mit Dampflokomotiven aus Streichhölzern.
Dresden ist immer eine Reise wert – besonders, wenn sie barrierefrei und gut organisiert verläuft. Mit der Bahn reist man entspannt, das kulturelle Angebot ist vielfältig und die Stadt zeigt, wie Inklusion und Geschichte Hand in Hand gehen können.
Mein Tipp: Eine solche Reise sollte man vorher bei der Mobilitätszentrale der Deutschen Bahn anmelden, damit alles reibungslos klappt.
Innerhalb der Stadt sind über die Hälfte der Dresdner Straßenbahn-Haltestellen barrierefrei ausgebaut.
Dann sind ein Stadtplan und ein Haltestellenplan angebracht, am besten – der Themenstadtplan der Stadt Dresden ist ein interaktives Online-Tool, mit dem man verschiedene Themen und Informationen über die Stadt auf einer digitalen Karte erkunden können.































